Susanne Ackermann

Multiple Räumlichkeit

Christoph Tannert


Auf zumeist großformatigen Leinwänden bauen sich multiple Räumlichkeiten auf. Fixpunkte kollabieren (oder werden so verdichtet, wie in den Zeichnungen, dass kein Freiraum mehr möglich ist) .Ansonsten herrscht Schweigen und Schwingen. Alles passiert zwischen Zeit-und Raumkonstellationen.Bei Susanne Ackermann scheint der Bildraum in Bewegung zu sein. Ihre Zustandsorte werden kreiert durch Raster, Schwünge und Schleifen, die unbekannten kinetischen Strömungen folgen.


Die Künstlerin arbeitet mit Acryl auf Nessel sowie mit Buntstift und Grafit auf Bütten an der Kreation von Strukturen und an Strukturkomprimaten unterschiedlicher Dichtegrade.

Der Aufbau der Strukturen erfolgt nach Prinzipien der Schichtung und/oder des Übereinanderlegens – auf der Leinwand mittels sich vielfach überlagernden lasierenden Farbaufträgen, auf dem Zeichenblatt durch sich verknäulende Liniengeflechte.


Die Materiefüllung des Raumes entwickelt Susanne Ackermann mit hohem Formbewusstsein nach den Gesetzen der Schönheit. Die unterschiedlichen Formen von Kraft und Bewegung der Pinsel-und Stiftspuren mögen ungeplant sein, ausgeführt mit klaren Vorstellungen, aber ohne Vorzeichnungen, das Ergebnis ist immer höchste Ausgewogenheit zwischen diversen Offenheits- und Undurchdringlichkeitsstufen.


Zumeist entstehen ihre Werke in Zyklen. Häufig denkt die Künstlerin auf konkrete Präsentationsräume hin und gern in der Kategorie des –all over– d.h. man kann die Strukturen über die Bildgrenzen hinaus weiter denken, was ein einzelnes Bild als Ausschnitt eines universellen Ganzen begreifbar werden lässt.


Ihr Zugriff auf die Welt ist konkret und kreiert eigene Quantitätsgrundsätze mit denen poetischer Qualität. Wie aus bildräumlichen Tiefenverhältnissen berührende Tiefenwirkungen erzeugt werden können, ist ihr Geheimnis.

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