Susanne Ackermann

Überprüfung der Parallelität

Daniela Gregori


Wenngleich Malerei und Zeichnung für das Verständnis von Susanne Ackermann immer zusammen gehören, sind es doch unterschiedliche Vorgänge in Konzeption und Ausführung.

Zeichnung nimmt nie die Rolle eines vorbereitenden Mediums an, sie steht für sich, ebenso wie die Malerei für sich steht.


Das Zusammenspiel ergibt sich erst, wenn diese doch so konträren Statements von konkreter Bildidee und meditativem Laissez-faire an der Wand zusammentreffen.

Ewig hätten diese beiden Entwicklungen parallel weiter verlaufen können. Hier die große schwungvolle Geste, so weit der Arm reicht, dort die nachgerade spielerisch experimentelle Umsetzung eines sich gedanklich Treiben lassens. Hier die Leinwand, auf der sich Schleife über Schleife legt, bis der Malgrund mit Raum gefüllt ist, dort hingegen verweben Bunt- und Bleistiftlinien zu einem zart ziselierten Gespinst, das derlei räumlichen Illusionen Verwehrend, stets der Fläche bleibt.


Wenn nun aber sich kraftvoll schraffierte Strahlen auf Papier mit dem dichten Gefüge ähnlicher Formen und Farben auf der Leinwand messen oder Wellen in wässrigen blau- türkis- grün Tönen den textilen Grund überziehen während dreifach farbig gerahmte Ellipsen über das Transparentpapier oszillieren, dann mag das vorerst formal durchaus vergleichbar sein. Bei näherer Betrachtung allerdings offenbart die vermeintliche Synthese mehr das Trennende als das Verbindende.


Selten war das Oeuvre von Susanne Ackermann so deutlich wie hier, wo sich Malerei und Zeichnung für einen Moment zu tangieren scheinen.






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